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Geburt/Schwangerschaft

Sichere Geburt?

Von: Marjorie Tew, herausgegeben und übersetzt von Clarissa Schwarz und Katja Stahl



Endlich wurde der vor 17 Jahren erstmals herausgegebene Klassiker „Safer Childbirth? A critical history of maternity care“ der britischen Statistikerin Marjorie Tew ins Deutsche übersetzt, der sich im wahrsten Sinne des Wortes kritisch mit der Geschichte der Geburtshilfe auseinander setzt. Tew hat so ziemlich alles an Zahlenmaterial aus Geburten- und Sterberegistern, wie auch aus späteren Perinatalerhebungen und Studien der vergangenen Jahrhunderte, an das sie – teilweise erst nach zähem Ringen - kam, herangezogen, um die Frage zu beantworten, ob Geburten durch die Geburtsmedizin wirklich sicherer geworden sind.

Sie beginnt mit einem historischen Exkurs zur Entstehung einer arztabhängigen Gesellschaft und deckt schon hier – wie auch an vielen anderen Stellen auf – dass sinkende Sterblichkeitsraten gerne kausal dem Verdienst der Ärzteschaft und ihren technischen Neuerungen zugeschrieben wurden. Eine von Ärzteseite geschickt und offensiv eingefädelte Öffentlichkeitspolitik, nebst Vertuschung unliebsamer Tatsachen, tat sein übriges, um diesen Glauben in breite Bevölkerungsschichten zu tragen. Tew belegt, dass die Realität anders aussieht: Verbesserte hygienische Verhältnisse, sinkende Geburtenzahlen und bessere Ernährung sind als Hauptfaktoren der sinkenden Müttersterblichkeit zu nennen. Ab 1932 kam mit der Weiterentwicklung der Transfusionsmedizin, dem Einsatz von Medikamenten wie Ergometrin, zur Behandlung von Nachgeburtsblutungen, der Entdeckung der Antibiotika als Segen gegen das Kindbettfieber und nochmals Jahrzehnte später mit der Einführung der Kortison- und Surfactantgabe zur Verhinderung bzw. Behandlung des Atemnotsyndroms bei Frühgeborenen der Pharmakologie ein größerer Verdienst zu, als dass sich die Geburtsmedizin die sinkenden maternalen, wie perinatalen Mortalitätsraten auch hier wieder auf ihre Fahnen schreiben könnte.

Immer wieder muss sich Tew ob ihrer Zahlen mit Verve für die Hausgeburtshilfe einsetzen. Den Geburtsort, den die allermeisten Geburtsmediziner ob seiner Konkurrenz und angeblichen Gefahren schon immer schlecht gemacht haben und mit allen erdenklichen Mitteln bis heute bekämpfen. Die Zahlen brechen eine Lanze und Tew resümiert: „Mithilfe der Erhebung konnte kein Nachweis für den Nutzen der klinischen Geburtshilfe erbracht werden, nicht für Geburten ohne besonderes Risiko und noch weniger für Geburten mit hohem Risiko. Im Gegenteil kamen bei Risikogeburten noch die iatrogenen Risiken der klinischen Geburtshilfe zusätzlich zu dem ohnehin erhöhten Risiko hinzu“.

Nichtsdestotrotz werden die angemessene, fein austarierte Risikoselektion, wie die rechtzeitige Verlegung bei Auffälligkeiten, auch zukünftig die große Sicherheit der Hausgeburtshilfe darstellen. Die gelungene Übersetzung von Clarissa Schwarz und Katja Stahl könnte den Paradigmenwechsel in der Geburtshilfe weiter unterstützen: Außerklinische Geburten nehmen im Vergleich zu Klinikgeburten leicht zu.


Martina Eirich

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Jahr der Hausgeburt

Eine waschechte Gsobacherin
27. März 2013

Zeitungsausschnitt: "Große Freude herrscht seit Anfang März in der Magnusstraße in Gosbach. Jule Moll erblickte dort nach einer geplanten Hausgeburt das Licht der Welt - sie ist damit eine waschechte Gosbacherin."

Zu Hause gebor(g)en: Expertin erklärt den "Zauber einer Hausgeburt"
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Nur 1,68 Prozent aller Geburten in Deutschland sind heutzutage Hausgeburten. Von den rund 19.000 Hebammen bieten auch nur 500 die Geburt zuhause an. In den 60er Jahren waren es noch 8.000, in den 80er Jahren immerhin noch 2.000.